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C&M-3-2013 > Highlights der 17. Praktikerkonferenz

Highlights der 17. Praktikerkonferenz

„Pumpen in der Verfahrens- und Kraftwerktechnik“

„Wir können die Herausforderungen nicht umgehend lösen, aber Schritt für Schritt mit innovativen Ansätzen uns einem Optimum nähern“.

So lässt sich die diesjährige 17. Praktikerkonferenz „Pumpen in der Verfahrens- und Kraftwerkstechnik“, die vom 8.–10. April an der Technischen Universität Graz stattfand, zusammenfassen.

Der mit Abstand größte und vielfältigste Markt für Pumpen ist und bleibt die Verfahrenstechnik – von chemischen Prozessen über Erdölverarbeitung bis hin zur Kraftwerkstechnik. Genau so weit gespannt war das Spektrum der Vorträge und Diskus­sionen. Über 100 Teilnehmer besuchten die Konferenz und erstrangige Referenten der Betreiber- und Herstellerseite berich­teten über ihre praktischen Erfahrungen, Problemlösungen und die neuesten Trends. Das Spektrum reichte von Kreiselpumpen mit Gleitringdichtungen bis zu hermetisch dichten Ausführungen mit Magnetkupplung, von Verdrängerpumpen über Kesselspeisepumpen bis hin zu riesigen Kühlwasserpumpen und kleinsten Mikropumpen.

Innovationsmotor Energieeffizienz

Ausgehend von der EU-Richtlinie ErP (2009) zur Entwicklung von energieeffi­zienten Produkten zur Reduktion der Treibhausgase in der EU bis 2020 konnten die Auswirkungen für Betreiber und Hersteller klar aufgezeigt werden. Das Innovationspotenzial bei Pumpen für einen höheren Wirkungsgrad bei gleichzeitiger Verbesserung der Zuverlässigkeit sowie Reduktion der Gesamtbetriebskosten wurde beleuchtet und vertiefend auf die möglichen Innova­tionspfade, Konzepte und Potenziale zur Entwicklung von energieeffizienten Pumpen eingegangen, um den Anforderungen der EU-Richtlinie zu „Energy-related Products“ (ErP) für 2015, 2017 und 2020 gerecht zu werden. Unter einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gilt immer noch der Grundgedanke, dass die Anlagen Energie verbrauchen und Pumpen diese benötigte Energie dem System zu Verfügung stellen.

Eine besonders positive Resonanz der Teilnehmer gab es auf die sehr fundierten und praxisorientierten Beiträge von Betreibern wie unter anderem von Herrn Kurt Bieniek (BASF), Herrn Peter Rainer (TOTAL Raf­finerie) und Herrn Matthias Meierer (Großkraftwerk Mannheim). Sehr offen wurde über die getroffenen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung sowie Ausfallsicherheit bei gleichzeitiger Reduktion der „Total Cost of Ownership“ unter spezieller Betrachtung des Kostenblocks „Instandhaltung“ berichtet.

Des Weiteren überzeugte die Konferenz durch Beiträge von Herstellern und Planern mit Informationen aus erster Hand zu neusten und teilweise erst geplanten Entwicklungen im Pumpensektor. In den Diskussionen – in Graz pflegt man das offene Wort – wurde immer wieder verständlich, dass durch die Überdimensionierung von Pumpen und Systeme jeder Anlage ein Interessenkonflikt zwischen Produktionssicherheit und Energieersparnis besteht. Pumpensysteme benötigen je nach Branche etwa 25–50% der Energie der Gesamtanlagen, wobei es zu bedenken gilt, dass die Pumpen aufgrund von his­torisch gewachsenen und dadurch teilweise ineffizienten Rohrleitungssystemen oft massiv überdimensioniert sind. Die Betreiber erkennen in diesem Sachverhalt ein großes Potenzial zur Reduktion des ­Gesamtenergieverbrauchs von laufenden Anlagen.

Ein wiederkehrendes Thema der Diskus­sionen war die Absicherung vor Ausfällen und die damit verbundenen Aufwände im Vergleich zu den eintretenden Kosten eines Produktionsausfalls. Welche Anlagenparameter messen, Onlinemonitoring und/oder Wartungsrunden des Personals, Evaluierung in welchen zeitlichen Abständen… viele Fragen rund um Kosten und Nutzen. Zusammenfassend stellte sich heraus, dass eine Realisierung eines leistungsfähigen Onlinemonitorings in einer bestehenden Anlage sich teilweise als sehr aufwändig und kostenintensiv herausstellen kann. ­Daher ist eine sinnvolle Kombination aus Onlinemesstechnik und den bestehenden Wartungsrunden des Betriebspersonals oft die praktikablere Lösung. Diese Runden sollten sorgfältig geplant sowie von zu­verlässigem und fundiert ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Die essenziellen Fragen betrafen immer die Eintrittswahrscheinlichkeit der verschiedenen Schadens­szenarios und damit verbunden die Instandhaltungskosten sowie die Reaktionszeit zur Vermeidung von Folgeschäden in der Pumpe, Teilbereichen des Systems oder in der Gesamtanlage.

Die nächste Praktikerkonferenz „Pumpen in der Verfahrens- und Kraftwerkstechnik“ findet vom 28.–30. April 2014 wieder in Graz an der Technischen Universität statt.

Informationen zur Konferenz: www.praktiker-konferenz.com

Stichwörter:
17. Praktikerkonferenz, Praktikerkonferenz, Pumpen in der Verfahrens- und Kraftwerkstechnik, Technischen Universität Graz, TU Graz,

C&M 3 / 2013

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe C&M 3 / 2013.
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