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Neue Wege bei der Weiterentwicklung gängiger Industriestecker

Neue Wege bei der Weiterentwicklung gängiger Industriestecker

Der Schlüssel zur universellen Schnittstelle

Etablierte Industriesteckersysteme lassen sich zwar flexibel an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen, zeigen aber hinsichtlich Handhabung, Haltbarkeit und Montage erhebliche Schwächen. Hier lässt sich mit Know-how aus der Konstruktion und Fertigung mit einem Baukastensystem für Mehrfachkupplungen ansetzen.

Die klassischen Industriestecker sind auch als „Harting-Stecker“ bekannt. Eine Vielzahl von Anlagen ist an ihren elektrischen Schnittstellen auf diesen Steckertyp ausgerichtet, sodass man von einem historisch gewachsenen Marktstandard sprechen kann, der insbesondere aufgrund der robusten Gehäusebauweise verbreitet ist. Die verwendeten Steckerbausätze haben jedoch Nachteile: Zum einen ist der Zusammenbau nur mit Werkzeugen möglich, zum anderen sind die verwendeten Kunststoffeinsätze im Gegensatz zu den Gehäusen fragil und wenig haltbar. Hinzu kommt, dass ­Änderungen der Steckerbelegung oder -ausstattung nur kompliziert umsetzbar sind, da der Harting-Stecker hierfür zerlegt werden muss. Kommt es zu Fehlern wie Wackelkontakten oder Ähnlichem, ist die Fehlersuche aufwändig. Bei Defekten müssen oft ganze Komponenten getauscht werden.

Weiterentwicklung des Marktstandards

Diesen Nachteilen kann mit der Übertragung eines Baukastenprinzips auf die marktgängigen Industriestecker durch robuste Adapter begegnet werden. Zum Beispiel können acht Anschlüsse in einen solchen Adapter integriert werden und aufgrund des modularen Designs verschiedene Anschlusstypen und Medien sowie verschiedene Anschlussdurchmesser in den Industriestecker integriert werden. Ändern sich die Anfor­der­ungen, wird der Stecker werkzeugfrei per Hand angepasst. Dadurch lassen sich ­Montageaufwand und Rüstzeit im Anlagenaufbau, bei Wartung oder Reparaturen verringern.

Die Adaptiveinsätze sind – unabhängig von Schlauchgrößen, Kabelart und Material – je nach Bedarf bestückbar. Mehrere Materialien (Alu, Edelstahl, Messing), verschiedene Durchmesser und unterschiedliche Absperrfunktionen und Dichtungen sowie E-Stecker-Varianten machen das modulare System zu einem echten Baukasten.

Alles steckt in einem Strang

Nicht nur Elektro- und Elektronikleitungen, sondern auch Pneumatik, Gase, Kühlwasser und Flüssigkeiten lassen sich in einem Industriestecker zusammenfassen. Die Weiterentwicklung der Industriestecker hat die Eisele Pneumatics GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Murrelektronik GmbH aus Oppenweiler vorgenommen.

Das E-Stecker-Programm startet mit den weit verbreiteten und genormten M12 Rundsteckverbindern in verschiedenen Bauweisen für unterschiedliche Anwendungen. Dazu gehören A-Codierung, Cube6, Profibus, Ethernet und drei bis zwölf Pole. Je nach Bedarf an weiteren Bauformen kann der Kunde auf das komplette Lieferprogramm von Murrelektronik zurückgreifen. Das Gleiche gilt für die Konfiguration der Anschlusskabel. Sie können zum Beispiel schleppkettentauglich, halogenfrei, chemisch beständig oder mit allen gängigen elektrischen Zertifizierungen in jeder Länge geliefert werden. Die Anschlusskabel lassen sich entweder mit vorkonfigurierten Steckern an die entsprechenden Adaptiveinsätze anschließen oder sie werden mit vorkonfektio­nierten Leitungen geliefert. Die Anwender können die Verkabelung der Anschlüsse auf Wunsch auch selbst vornehmen und freie Leitungsenden bestellen.

Vorteile und Entwicklungsperspektiven

Mit der Übertragung auf die bestehenden Industriesteckerplattformen ergeben sich für den Anwender kürzere Montagezeiten und weniger Stillstandzeiten bei der Instandhaltung. Die Maschinenversorgung kann über die bisher rein elektrische und elektronische Versorgung hinaus in einer Schnittstelle vorgenommen werden. Die Adaptiv­einsätze für Gase und Flüssigkeiten sind mit und ohne Absperrung oder tropffrei erhältlich, sodass sie sich unter Druck sicher koppeln und entkoppeln lassen und beim kombinierten Einsatz mit den E-Steckern keine Kurzschlüsse entstehen können.

Zukunftsperspektiven sieht Eisele-Geschäftsführer Thomas Maier vor allem in der Entwicklung eines eigenen Industriesteckers zur Integration mehrerer Anschlüsse sowie in der Entwicklung neuer Verschlüsse sowohl für die Eisele MULTILINE-Mehrfachkupplung als auch für die Industriesteckervariante, um die nötigen Handkräfte zu optimieren. Hinzu kommen ein neues Kupplungsgehäuse für mechanische Kupplungsabläufe und Lösungen zum automatischen Koppeln und Entkoppeln.

Foto: istockphoto.com?|?borzaya

C&M 2 / 2015

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe C&M 2 / 2015.
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