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Hersteller und Logistikdienstleister müssen Hand in Hand zusammenarbeiten

Europaweit sicher transportieren und lagern

Die Akquisitionen der vergangenen Jahre ­haben es gezeigt: Die großen Hersteller in der chemischen Industrie internationalisieren zusehends ihre Produktionsstandorte. Dies spüren viele deutsche Mittelständler der Branche. Immer häufiger müssen sie Transportwege außerhalb Deutschlands bedienen oder Lagerstandorte im Ausland suchen. Die Herausforderung für den chemischen Mittelstand liegt nun darin, trotz der zum Teil ­unterschiedlichen Standards und Regularien im ­Umgang mit gefährlichen Gütern keine ­Abstriche bei Liefertreue, -qualität und vor allem Sicherheit zuzulassen. Denn Kunden und Öffentlichkeit messen sie weiterhin an den hohen deutschen Standards.

Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, alle Aufgaben rund um Transport und Warehousing an einen Logistikpartner auszulagern, gerade wenn es darum geht, palettierte Ware termingerecht und sicher in ganz Europa zu verteilen. Das Wort Partner ist dabei nicht zufällig gewählt, denn je tiefer die Zusammen­arbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister bis in die ­Gestaltung der Supply Chains ­hineingeht, desto größer sind die Rationalisierungseffekte. Kosteneinsparungen von über 20% durch gezieltes Outsourcing schätzt zum Beispiel die Bundesvereinigung Logistik (BVL) in einer aktuellen Studie. Allerdings heißt es dort auch, dass gerade Chemie-Unternehmen ihre Logistikpartner noch deutlich zu wenig integrierten, vor allem in der Kontraktlogistik. Die Untersuchung warnt deshalb: Solange die Logistik isoliert von den Produktionsprozessen sowie deren Mengen- und Bedarfsprognosen betrachtet werde, sei eine koordinierte Logistik über Unternehmensgrenzen hinweg nicht optimal realisierbar.

Worauf aber sollten Unternehmen der chemischen Industrie achten, wenn sie ihre externe Logistik outsourcen möchten? Zunächst sollte der Dienstleister über ein flächendeckendes Netzwerk aus eigenen Niederlassungen verfügen, in dem er die operativen Prozesse selbst komplett beherrscht und einheitliche, durchgängige IT-Systeme einsetzen kann. Das ­ermöglicht nicht nur ein reibungsloses Tracking & Tracing (Folgen und Rückverfolgen ­einer Sendung), sondern stellt auch einheitliche Services, Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Umgang mit chemischen Stoffen sicher. Dachser investiert den Großteil des über fünf Jahre geplanten Investitionsbudgets von 1,3 Mrd. Euro in den Ausbau seines Landverkehrsnetzwerks aus 169 Standorten in 21 europäischen Ländern. Dazu gehören insbesondere auch Warenlager, die speziell auf die Lagerung chemischer Produkte ausgelegt sind. Hochmoderne Gefahrstofflager unterhält das Unternehmen z.B. in Pilisvörösvár bei Budapest und seit 2012 im rumänischen Ploiesti.

Internationale Präsenz ist aber längst nicht alles. Der Dienstleister muss die Sprache seiner Kunden sprechen, schließlich stellen chemische Produkte ganz besondere Anforderungen an die Logistik und sind nur bedingt mit herkömmlichen Industriegütern zu vergleichen. Für die chemische Industrie wurde deshalb eine spezialisierte Branchenlösung geschaffen, die eng mit der operativen, zentralen Gefahrgutorganisation des Unternehmens zusammenarbeitet. In seinen europäischen Niederlassungen beschäftigt es regionale Gefahrgutbeauftragte, deren Anzahl in den letzten Jahren permanent aufgestockt wurde: So waren es 2011 bereits 150, eine Steigerung von fast 50% in den letzten fünf Jahren. Allein 2011 wurden mehr als 9.500 Mitarbeiter in Europa im Umgang mit Gefahrgut geschult.

Mit SQAS kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt dazu. Auch hier hat sich die Zahl der beurteilten Niederlassungen in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Noch liegt die Mehrzahl der nach dem Fragenkatalog der CEFIC beurteilten Standorte in Deutschland; aber Niederlassungen ­in Dänemark, Österreich und Ungarn mit erfolgreichen SQAS-Assessments belegen auch hier den Trend zur Internationalisierung.

Vom Auftragsempfänger zum Partner

Die zunehmende Internationalisierung der Chemie-Branche fördert die enge Einbindung des Dienstleisters in die logistischen Prozesse des beauftragenden Unternehmens. Die Partner erarbeiten gemeinsam eine durchgängige Lieferkette, harmonisieren ihre Logistik­prozesse und IT-Schnittstellen. Chemieunternehmen, die sich darauf einlassen, können im ­internationalen Marktumfeld nicht nur in punkto Sicherheit be­ruhigt sein, sondern auch ihre Prozesse optimieren und effi­zienter werden.

Foto: © Franck Boston - Fotolia.com

Stichwörter:
Akquisitionen, internationalisieren, Warehousing, Bundesvereinigung Logistik, BVL, Kontraktlogistik, Produktionsprozesse, Bedarfsprognose, IT-Systeme, SQAS, SQAS-Assessment, Internationalisierung,

C&M 4 / 2013

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe C&M 4 / 2013.
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